PRESSESPIEGEL
Im jahrelangen Infight zwischen FPÖ und "Arge Kulturgelände Nonntal" konnte das größte Kulturzentrum außerhalb der Bundeshauptstadt einen deutlichen Sieg nach Punkten landen: Eine von der Freiheitlichen Landtagsfraktion per "Sonderauftrag" erzwungene Überprüfung der "Arge" durch den Landesrechnungshof deckte keine Missstände auf, sondern bescheinigte dem mehrere tausend Mitglieder starken Verein die widmungsgemäße Verwendung der öffentlichen Subventionen.
Je nach Berechnungsart liegt die Eigenwirtschaftlichkeit der "Arge" zwischen 30 und 55 Prozent. Entsprechend viel Schadenfreude klingt daher in den Kommentaren zum Rechnungshofbericht durch: "Die FPÖ wird wohl ein wenig enttäuscht sein", höhnt beispielsweise der Fraktionssprecher der Grünen im Landtag, Cyriak Schwaighofer. Der Geschäftsführer des Dachverbandes Salzburger Kulturstätten, Thomas Randisek, kann "nicht mehr zählen, wie viele blaue Schmutzkübelkampagnen gegen die Kulturszene schon in Schall und Rauch aufgegangen sind." Das Lob durch den Rechnungshof, dem übrigens der ehemalige Klubchef der FPÖ im Landtag vorsteht, gibt der "Arge" Rückenwind für den angestrebten Neubau ihres Gebäudes.
Stadt und Land haben zwar insgesamt 50 Millionen Schilling (3,63 Mio. Euro) für ein neues Haus bereit gestellt, die Realisierung scheiterte jedoch bisher an der städtebaulichen Verquickung des Projektes im dem Neubau der Geisteswissenschaftlichen Fakultät, DER STANDARD berichtete. Für diesen "Uni-Park" hat der Bund bis dato noch keine Mittel bereit gestellt. Von Seiten des Kulturgeländes gibt es daher Überlegungen, den Neubau auch ohne Universitätsneubau anzugehen.
Der Idee, die "Arge" früher zu bauen und "intelligent zu platzieren", kann auch Planungsstadtrat Johann Padutsch (Bürgerliste) etwas abgewinnen. SP-Bürgermeister Heinz Schaden hingegen will noch zuwarten. Er verweist auf eine Vereinbarung mit dem Bund, nach welcher der "Uni-Park" bis zum Mozartjahr 2006 stehen sollte. Die projektierten 23.000 Quadratmeter Nutzfläche werden nicht nur die Geisteswissenschaften beherbergen sondern auch Teile der Kunstuniversität Mozarteum. (neu)
