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PRESSEAUSSENDUNGEN

18.02.2010
KEIN ENDE DES SALZBURGER KUNSTHUNGERS IN SICHT
Bilanz der Aktion »Hunger auf Kunst und Kultur« im Jahr 2009

Auch Menschen mit finanziellen Engpässen haben ein Recht auf Kunst und Kultur. Die Initiative »Hunger auf Kunst und Kultur« macht dies mit dem Kulturpass möglich. Mit diesem Ausweis, der bei zahlreichen sozialen Beratungs- und Betreuungseinrichtungen nach Kriterien des Armutsberichtes ausgegeben wird, erhalten sozial benachteiligte Menschen freien Eintritt in kulturelle Einrichtungen. Diese Eintrittskarten sollen durch Spenden privater Personen oder durch Firmen finanziert werden.

Im Jahr 2009 – dem vierten Jahr dieser Aktion in Salzburg – beteiligten sich 67 Salzburger Kulturbetriebe (2008: 59) und Museen an dieser Aktion. Insgesamt wurden im Vorjahr in den 62 (2008: 59) Ausgabestellen in Stadt und Land Salzburg 1.027 Kulturpässe (2008: 900) ausgegeben. Mit diesen Kulturpässen konnten 4.143 Veranstaltungen (2008: 2.778) im Bundesland Salzburg besucht werden, der Gegenwert der ausgegebenen Karten lag bei 44.706 Euro (2008: 26.081 Euro). Die gestiegene Akzeptanz des Kulturpasses geht allerdings mit einem Rückgang der Spenden in den Kulturhäusern einher – lediglich 1.286,62 Euro befanden sich in den aufgestellten Spendenboxen der Kulturstätten.

Trotz intensiver Bemühungen der Initiatoren – Theater ecce, Laube GmbH, Dachverband Salzburger Kulturstätten und Salzburger Armutskonferenz – ist das Stadt/Land Gefälle beim Besuch von Kulturveranstaltungen in den letzten Jahren in etwa gleich geblieben. Die überwiegende Mehrzahl der Besuche erfolgt nach wie vor in den städtischen Betrieben. Umso wichtiger ist für die Aktion »Hunger auf Kunst und Kultur« die Unterstützung von Biobäcker Jakob Itzlinger: alleine durch den Erlös des »Kunsthunger-Weckerls«, eines eigens für diese Aktion kreierten Gebäcks, wurden 5.119 Euro für die Aktion gespendet.

Dieser Betrag des Privatunternehmers ist damit höher, als jene 5.000 Euro, die dem Land Salzburg die Förderung dieser Aktion Wert ist; selbst die Stadt Salzburg fördert »Hunger auf Kunst und Kultur« mit 7.500 Euro. Neben der Biobäckerei Itzlinger unterstützt die Progress Werbung Salzburg die Aktion. Die öffentliche Finanzierung sowie die Spenden der Bio-Bäckerei sind für die Bewerbung und Durchführung der Aktion vorgesehen, eine Re-Finanzierung der Karten für die 67 teilnehmenden Kulturstätten ist bei einer solchen öffentlichen Förderung nicht möglich.

Der Dachverband Salzburger Kulturstätten drängt daher mittelfristig auf einen finanziellen Ausgleich für die entgangenen Einnahmen der einzelnen Kulturstätten – denkbar wäre auch in diesem Fall der kulturellen Partizipation von sozial benachteiligten Menschen eine »Ausfallshaftung«, wie sie auch in anderen kulturellen Feldern im finanziell höheren Ausmaß seitens der öffentlichen Hand gegeben wird. Denn: die Zahl der Kulturpass BesitzerInnnen ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen – und: Der Schwerpunkt der Aktion 2010 ist der »Kulturpass für Kinder«.

... es hat keinen Sinn zu warten bis es besser wird, das bißchen besser ...