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PRESSEAUSSENDUNGEN

09.07.2009
KRäFTIGES LEBENSZEICHEN AUS DER KULTUR
Vorsitzender Tomas Friedmann zum Kommentar von Reinhard Kriechbaum (Drehpunkt Kultur)

Danke für den Kommentar "Verdächtig nahes Donnergrollen" anlässlich eines Briefes der Kulturabteilung der Stadt Salzburg an jene Salzburger Kultureinrichtungen, die eine Mittelfristige Fördervereinbarung abgeschlossen haben. In diesem Brief, der uns diese Tage zugestellt wurde,ist entgegen vor kurzem geführten Gesprächen mit der Stadt von einer Aufkündigung der Fördervereinbarung zu lesen:
"Nunmehr hat sich allerdings die finanzielle Situation der Stadt aufgrund von Einnahmenentfällen und neuen aufgrund von gesetzlichen Vorgaben verursachten Ausgabensteigerungen dramatisch verschärft, sodass derzeit finanzielle Verpflichtungen für das Jahr 2011 im Bereich der Mittelfristigen Fördervereinbarungen nicht eingegangen werden können. Wir müssen daher das Angebot, Ihre Fördervereinbarung für 2011 zu verlängern, zurückziehen."

Als Vorsitzender des Dachverbands Salzburger Kulturstätten habe ich sofort reagiert, mit der Leiterin der Kulturabteilung, Mag. Ingrid Tröger-Gordon,ein Gespräch geführt und an den Bürgermeister der Stadt Salzburg, Dr. Heinz Schaden, einen Brief mit der Bitte um Aufklärung abgeschickt. Außerdem ist der Dachverband in ständigem Kontakt mit Politikern und Beamten und hat zu diesem Thema Termine vor der Kulturklausur vereinbart. Von Lähmung der Kulturszene kann gar keine Rede sein (auch wenn einzelne endlich einmal verdienten Urlaub machen).

Zur Klarstellung:
1. Eine Aufkündigung der bestehenden Mittelfristigen Fördervereinbarung wäre vollkommen inakzeptabel und rechtlich zu prüfen.
2. Kürzungen in der freien Kunst und Kultur werden generell abgelehnt, der dabei angerichtete Schaden unklug und weitaus größer als ein mögliches Einsparungspotential.
3. Die Kultureinrichtungen brauchen für die Planungssicherheit Politik und Kulturverwaltung als vertrauenswürdige Partner schließlich wurden Strukturen aufgebaut, Verträge abgeschlossen und Mitarbeiter/innen sind zu bezahlen.
4. Die "freien" Kultureinrichtungen haben in den "fetten" Jahren nicht vom Überfluss profitiert, sondern sparsam gewirtschaftet, und sind nicht bereit, jetzt jene Suppe auszulöffeln, die andere eingebrockt haben.
5. Die Kulturstätten sichern Arbeitsplätze, schaffen mit tausenden Übernachtungen ganzjährig für Umwegrentabilität, fördern KünstlerInnen und versorgen die Bevölkerung mit einem breiten Kulturangebot von Musik und Literatur über Theater, Film und Ausstellungen bis zu zahlreichen Veranstaltungen, Workshops etc. für Kinder und Jugendliche.
Selbstverständlich wird der Dachverband Salzburger Kulturstätten mit seinen 75 Mitgliedern und jährlich 1 Million BesucherInnen falls nötig auf die Barrikaden steigen, um die Lebensqualität in der Kulturstadt Salzburg für die Bevölkerung zu erhalten. Darüber hinaus solidarisieren wir uns mit allen Einrichtungen aus dem Sozial-, Bildungs- und Kulturbereich und verlangen die Einhaltung von Zusagen sowie Konzepte, um schwierige Zeiten gemeinsam zu meistern.

Tomas Friedmann

Vorsitzender Dachverband Salzburger Kulturstätten

... es hat keinen Sinn zu warten bis es besser wird, das bißchen besser ...