PRESSEAUSSENDUNGEN
Eine gute Nachricht: Das Kulturbudget des Landes Salzburg wird laut Budgetvoranschlag 2009 steigen – insbesondere auch das Budget für die freie Kulturszene. Der Dachverband Salzburger Kulturstätten sieht darin einen Erfolg seiner langjährigen Bemühungen und seiner nun erfolgreichen Lobbyarbeit, er wird die Kulturpolitik weiterhin kritisch und sachlich fundiert begleiten und beraten. »Dies ist ein Schritt in die richtige Richtung«, stellt der Vorsitzende des Dachverbands, Tomas Friedmann, fest. »Diesem Schritt müssen weitere folgen – für die zeitgenössische Kunst und Kultur in Salzburg.«
Allein der von der Interessenvertretung eruierte Förderbedarf seiner 75 Mitglieder für das kommende Jahr ergibt ein Plus von 540.000 Euro gegenüber der laufenden Förderung. Auf der Prioritätenliste des Dachverband Salzburger Kulturstätten stehen in Zusammenhang mit dem Kulturbudget 2009 folgende Forderungen:
• Ein Kulturhaus für den Lungau
Ein autonom verwaltetes zeitgenössisches Kulturhaus für den Lungau ist eine unserer zentralen Ansprüche. Ein Kulturhaus für diese Region schließt eine Lücke in der kulturellen Nahversorgung und würde das erfolgreiche Konzept »eine Spiel- und Produktionsstätte in jedem politischen Verwaltungsbezirk Salzburgs« wesentlich vorantreiben. Es gibt die Zusage von Landeshauptmann Stellvertreter David Brenner dieses Projekt offensiv zu unterstützen, der Dachverband fordert finanzielle Vorsorge für die Planung und Umsetzung eines derartigen Hauses im Kulturbudget 2009.
• Strukturelle Absicherung bestehender Häuser der Zeitkultur
Nach den »mageren« Förderjahren ist eine Erhöhung der Förderungen nach Meinung der Interessenvertretung unumgänglich: Abgesehen von den notwendigen Investitionsvorhaben (genannt wurden ARGEkultur, Künstlerhaus und Szene Salzburg/republic) müssen die laufenden Förderungen zumindest valorisiert werden, bei einzelnen Institutionen wie der Radiofabrik sogar deutlich angehoben werden. Neben der enormen Steigerung der Energiekosten ist auch budgetäre Vorsorge für die Valorisierung von Löhnen und Gehältern der MitarbeiterInnen zu treffen (ein Beispiel: die Kosten für die Anhebung des Durchschnittsbruttolohnes von 1.400 Euro um 100 Euro Netto für die rund 70 MitarbeiterInnen des Schauspielhauses Salzburg erfordern einen Mehrbedarf von 300.000 Euro!)
Die Frage der Bezahlung der MitarbeiterInnen in den Kulturstätten war bislang immer sekundär, der Dachverband fordert hier besonderes Augenmerk – etwa vor Überlegungen, in Salzburg wieder Landesausstellungen durchzuführen.
Zusätzlich sollen die »mittelfristigen Förderungen« mit einzelnen Häusern ausgebaut werden – der Dachverband spricht sich hier im Gegensatz zur derzeit gängigen Praxis für ein Modell der dreijährigen Förderverträge analog zur Stadt Salzburg aus.
• Fördermittel für die »freien« Produzierenden
Mit der Umsetzung des Förderpools »Podium 08« wurde schon heuer eine langjährige Forderung des Dachverbands umgesetzt. 100.000 Euro fließen in neue Projekte und ermöglichen so die Kulturproduktion neuer Gruppen und Einzelpersonen, die bislang mindere Chancen auf Förderung hatten. Der enorme Ansturm – insgesamt wurden über 80 Projekte eingereicht, zehn von einer Jury als förderwürdig eingestuft – zeigt einerseits das große Potential der (jungen) Salzburger Szene, wirft aber auch Fragen zur Nachhaltigkeit auf: Wird es Teilen dieser neuen Szene möglich sein, auch in Hinkunft kontinuierlich Fördermittel aus dem Kulturbudget des Landes Salzburg zu erhalten? Was ist mit jenen KünstlerInnen und Kulturvermittlern, deren Projekte heuer im Rahmen von »Podium 08« nicht finanziert werden konnte?
Tatsache ist: Ideen und kreatives Potential sind augenscheinlich im Bundesland Salzburg vorhanden – und das nicht nur in der Stadt.
Bevor die Flamme, die gerade erst so richtig schön zu lodern beginnt, wieder erlischt und auf Grund fehlender Förderungen Resignation um sich greift: Zeitgenössische Kunstproduktion und Kulturvermittlung muss ein zentraler Punkt im kommenden Landesbudgets Salzburg sein.
Diese Forderung nach bedarfsorientierter Förderung der zeitgenössischen freien Szene im Land Salzburg ist bei einem Gesamthaushalt des Landes Salzburg von 2,12 Mrd. Euro und florierender Konjunktur durchaus realisierbar, am politischen Willen darf es im Vorwahljahr nicht fehlen.
