PRESSEAUSSENDUNGEN
Der Kultur- und Finanzlandesrat begründet seine medial geäußerte Androhung von MINUS 10 PROZENT mit der Budgetpolitik des Bundes (welche die Länder benachteiligt) und mit explodierenden Sozialkosten, u.a. durch die steigende Anzahl von Pflegefällen.
In den Bereich der Ermessenausgaben fallen praktisch alle 63 Mitgliedskulturstätten der Interessenvertretung. Das geplante Einsparvolumen im Bereich der freien Kulturförderungen soll laut Auskunft des SPÖ-Landesrates rund 420.000 Euro betragen ? eine Summe, die dem Förderbedarf der Mitglieder entgegengesetzt ist: Laut einer Erhebung des Dachverband beträgt alleine der Mehrbedarf der 63 Mitglieder für das Jahr 2007 rund 11 Prozent, ein Volumen von rund 300.000 Euro.
Das geplante Einsparungspotential liegt damit bei 0,5% der Ermessensausgaben des Landes Salzburg ? die Auswirkungen einer derartigen ?Kulturpolitik? hingegen sind nicht abzusehen: Es besteht das Risiko der Zerschlagung gewachsener wie erfolgreicher Strukturen, denn die geplante Summe ist nicht allein durch das ?Rasenmäherprinzip? ? also einer generellen Kürzung der Fördermittel bei Kulturstätten ? aufzufangen. In Sachen einer konkreten Handhabe (Förderkriterien) wurden vom Kulturlandesrat keine Angaben gemacht ? das Risiko der Auswirkungen einer solcher Politik liegt einmal mehr bei den Vereinsvorständen der Kulturstätten.
Der Dachverband Salzburger Kulturstätten weist zudem darauf hin, dass das freie Kulturbudget des Landes Salzburg in den letzten zwei Jahren schon einschneidend gekürzt wurde. Unter diesen Voraussetzungen führt sich jeglicher Ansatz von gestaltender Kulturpolitik ad absurdum, die ?neue Fairness? haben sich Salzburgs Kulturaktivisten wohl anders vorgestellt.
Die Interessenvertretung bleibt bei der mit ihren Mitgliedern akkordierten Forderung: ausgehend vom Kulturbudget des Jahres 2004: PLUS 10 Prozent bis 2008. Sonst wird die Förderung der zeitgenössischen Salzburger Kulturszene zum Pflegefall.
