PRESSEAUSSENDUNGEN
Dachverband Salzburger Kulturstätten und die WissenschaftsAgentur Salzburg vergeben heute, 22. November 2001, bereits zum zweiten Mal den dieses Jahr von der Stadt Salzburg dotierten Kulturförderpreis an zwei Personen, die sich in ihren Abschlussarbeiten mit der freier, zeitgenössischer Kulturarbeit beschäftigten.
In diesem Jahr gibt es eine Preisträgerin und einen Preisträger, die sich beide ersten Platz aus 27 Einreichungen teilen:
Mag. Ulrike Matzer erhielt die Auszeichnung für ihre Diplomarbeit: ?Die Krise des Bildes und die Krise des Körpers ? Zu den Fotoarbeiten von Inez van Lamsweerde?
Mag. Hannes Klein für seine Diplomarbeit ?Bestandsaufnahme von Bürgerbeteiligungsmodellen in Österreich und Deutschland sowie Schlussfolgerungen für einen Offenen Fernsehkanal in Salzburg?.
Der Kulturförderpreis wurde ? österreichweit einzigartig - im Vorjahr installiert, um die wissenschaftliche Beschäftigung und Auseinandersetzung mit Kultur und ?autonomer? Kulturarbeit im speziellen zu fördern. Zusätzlich soll er Studierende animieren, mit ihren Abschlussarbeiten auch wertvollen Input, sowohl praktisch-organisatorischer als auch grundsätzlich-inhaltlicher Natur für bestehende Kultureinrichtungen zu geben. Gerade auf dieses Kriterium legte die Jury, bestehend aus Vertretern aus Kultureinrichtungen, der Universität Salzburg sowie der WissenschaftsAgentur, besonderen Wert.
Die Kooperation von Kultur und Wissenschaft, die von der Kulturpolitik der Stadt Salzburg und Bürgermeister Dr. Heinz Schaden unterstützt wird, macht es zudem möglich, den PreisträgerInnen für ihre Arbeiten auch eine finanzielle Anerkennung (je ATS 25.000,-/Euro 1.816,82) zu überreichen. Somit ist diese Auszeichnung ein Schritt, mit dem die Salzburger Kultureinrichtungen die wissenschaftliche Grundlagenarbeit im Kulturbereich fördern.
Nähere Informationen erteilen Thomas Randisek, Dachverband Salzburger Kulturstätten (Tel.: (0662- 87 99 57) und Birgit Huber, WissenschaftsAgentur Salzburg (Tel.: 0662-8044-6641)
Preisverleihung: DO, 22. November, 18.00
Toihaus, Franz Josef Str. 4, 5020 Salzburg
Jurybegründungen:
Zur Arbeit von Ulrike Matzer:
Die Arbeit verdient Respekt und Würdigung, weil es sich tatsächlich um mehr handelt als um eine deskriptive Arbeit über eine durchaus spannende Fotokünstlerin. Es ist dies eine kritisch-analytische Arbeit, die sich sowohl mit dem Körper - als scheinbar jeder Manipulation offen - als auch mit dem Phänomen Mode auseinandersetzt. Ulrike Matzer verknüpft in durchaus originärer Weise Rezeptionsgeschichte mit einer Erörterung aktueller Perspektiven aus Bereichen wie Biotechnologie, feministische Theorie, Ästhetik der Science-Fiction und Unterhaltungsindustrie, sodass sie ein zeitgemäßes Instrumentarium entwickelt, mit dessen Hilfe sie die Arbeiten van Lamsweerdes nach ihrer Relevanz befragen kann.
Zur Arbeit von Hannes Klein:
Die Arbeit von Hannes Klein beschäftigt sich ausführlich mit einem Teil von ?freier? Medienproduktion, die auch in Österreich einmal Realität werden kann: Ein offener Fernsehkanal. Die Diplomarbeit setzt sich kritisch mit bereits vorhandenen Modellen in der BRD auseinander und entwickelt ? unter Einbeziehung bestehender Kulturstätten ? ein Modell für einen offenen Fernsehkanal mit partizipativer Bürgerbeteiligung. Überzeugt haben neben dem starken lokalen Bezug, die Praxisrelevanz und die Expertinnengespräche, die auch eines klar machen: Es ist angesichts der knappen personellen, infrastrukturellen und finanziellen Ressourcen der Institutionen wohl eine sehr schwierige aber nicht unmögliche Aufgabe.
