PRESSEAUSSENDUNGEN
Verhöhnung
"Wir haben gemeinsam eine Grundlage dafür geschaffen, die gute Gesamt-position Salzburgs für die Zukunft zu festigen" ? eine Interpretation des Bud-getvoranschlages von Landeshauptmann Schausberger, die für die Salzburger Kulturszene an Verhöhnung nicht mehr zu übertreffen ist.
Die Hauptlast dieses "Sparprogrammes" sollen die Salzburger Kulturstätten tragen. Von den rund öS 66 Millionen, die für die autonome Kulturszene im Jahr 2000 zur Verfügung standen (das sind nur rund 3,2 Promille des Gesamt-landeshaushaltes!) soll die freie Kulturszene 2001 mit 33% weniger an Förder-mitteln (also rund minus öS 22 Mio.) ihr Auskommen finden. Damit trägt die freie Kulturszene überproportional den 15-fachen Anteil an den Einsparungen.
Minus-Minus-Minus
Eine Budgetpolitik, die für den Dachverband Salzburger Kulturstätten nicht hinnehmbar ist. Die Sozialdemokratische Partei hat bei den Budgetverhand-lungen offensichtlich wenig Stärke gezeigt, wenn das Ergebnis auf Salzburger Landesebene sich mit dem der schwarz-blauen Bundesregierung deckt:
Die Zerschlagung der autonomen Kulturszene!
Minus: Der Bund hat im laufenden Jahr schon durchschnittlich 11,8% bei den freien Förderungen gekürzt. (http://www.igkultur.at/bfoerd/index.html)
Minus: der Budgetanschlag 2001 der Stadt Salzburg sieht eine Einsparung von rund 3% vor.
Minus: Kommt die 33%ige Kürzung des Landes hinzu, kann der Großteil der autonomen Kulturstätten definitiv zusperren!
Teilen & Herrschen?
Zwar sollen laut Landesrat Raus ausgehandelte Förderungen (Stadt-Land-Bund Gespräche im Juni 2000) bei einigen "größeren Institutionen" aufrecht bleiben - dann aber braucht sich der Kulturlandesrat keine Gedanken über die Förderung der vielen kleineren Initiativen in Land und Stadt Salzburg mehr machen.
Die Verlierer sind jene Kulturinitiativen im Land die nicht in die Fördergespräche eingebunden sind, Kulturstätten, die Förderungen für Investitionen benötigen sowie alle kleineren Initiativen in der Stadt Salzburg. Die Kürzungen in der angekündigten Höhe können nicht mehr durch "klassische Einsparungen" bei Personal und Programm kompensiert werden ? dies muss den Verantwortli-chen bewusst sein!
Das Publikum der Salzburger Kulturstätten (immerhin über 700.000 BesucherIn-nen bei den 57 Mitgliedskulturstätten des Dachverband) wird sich nun schon an den Gedanken gewöhnen müssen, ab dem Jahr 2001 mit "Big Brother" und "Taxi Orange" auskommen zu müssen!
