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Kulturverein Schloss Goldegg


Ausstellung

Was damals Recht war ... Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht

Do & Fr 16:00 - 19:00, Sa & So 11:00 - 18:00

Mehr als drei Millionen Urteile hat die NS-Militärjustiz in den Kriegsjahren 1939 bis 1945 erlassen, darunter 25.000 bis 30.000 Todesstrafen gegen Angehörige der Wehrmacht. Diese Wanderausstellung gibt Opfern und Tätern ein Gesicht.

Wehrmachtsdeserteure waren in Deutschland und Österreich jahrzehntelang kein Thema. Ihre Weigerung, in Hitlers Ver­nich­tungsfeldzug mitzumarschieren, blieb in der österreichischen Nachkriegsgesellschaft unbedankt und stand außer­halb der erinnerungspolitischen Wahrnehmung.
Deserteure waren (und werden) vielfach mit Vorwürfen konfrontiert, sie hätten Kameraden und Vaterland verraten. Die Geschichtserzählung, die einerseits Österreich als das „erste Opfer der Hitlerschen Aggression“ darstellte, andererseits jene Soldaten als Helden feierte, die das „Dritte Reich“ bis zur Kapitulation verteidigt hatten, ließ für anderslautende Interpretationen der Vergangenheit keinen Platz.
Durch die Verdrängung der Opfer geriet der Unrechtscharakter der NS-Militärjustiz erst spät ins Blickfeld und es wurde lange übersehen, dass die Wehrmachtsjustiz ein willfähriges Instrument des Vernichtungskrieges war, durch deren Urteile Zehntausende Menschen – Soldaten und ZivilistInnen – aus ganz Europa ihr Leben verloren. Die Militärrichter vollstreckten allein an Deserteuren über 15.000 Todesurteile.

In Österreich begann man gegen Ende der 1990er Jahre, sich auf politischer und wissenschaftlicher Ebene mit den Opfern der NS-Militärjustiz zu beschäftigen. 2005 und 2009 wurden dann entscheidende Gesetze zur vollständigen Rehabilitierung der Deserteure beschlossen.

Die Wanderausstellung „Was damals Recht war … Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht“ ist ein Projekt der Berliner Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas und wurde für Österreich adaptiert. Im Zentrum der Präsentation stehen Fallgeschichten, bei denen es nicht nur um Personen geht, die als Deserteure abgeurteilt wurden, sondern auch um so genannte Wehrkraftzersetzer und Volksschädlinge. Daüber hinaus werden Biografien von Angehörigen des Widerstandes in besetzten europäischen Ländern dargestellt.
Seit 2008 ist diese Ausstellung in Deutschland und Österreich (Wien, Klagenfurt, Dornbirn) unterwegs, informiert über Unrecht und Willkür der NS-Militärjustiz und dient der gesellschaftlichen Verankerung der erfolgten rechtlichen Rehabilitierung ihrer Opfer.

In Kooperation mit der Stiftung werden Führungen und Workshops für SchülerInnen organisiert. Zur Wanderausstellung gibt es einen Begleitband, der mit zahlreichen Fotos, Tagebuchaufzeichnungen, Briefen und Aktenstücken das Schicksal von Soldaten und Zivilisten, die zwischen 1939 und 1945 zu Opfern der deutschen Wehrmachtjustiz wurden, dokumentiert. Zugleich wirft das Begleitbuch einen entlarvenden Blick auf die Biografien der Täter und die Strukturen eines Systems, das den bekannten Satz Lügen straft: „Was damals Recht war, kann heute nicht Unrecht sein.“


„Was damals Recht war …“
– bis 27. März im Hofstall von Schloss Goldegg

Für Schulklassen gibt es Workshops in der Ausstellung.
Termine: jeweils Montag bis Freitag vom 9. bis 27. März 2015
Beginnzeiten: jeweils 9 Uhr, 11 Uhr und 13.30 Uhr (Sondervereinbarung möglich)
Dauer: ca. 1 ½ Stunden. Die Workshops sind kostenfrei.

Anmeldung bzw. Reservierung: Kulturverein Schloss Goldegg
06415-8234 bzw. schlossgoldegg@aon.at
Link: www.schlossgoldegg.at/index.php?id=51&tx_noevents_pi1[showUid]=1033


Kartenreservierung: +43 6415 82340

Kulturverein Schloss Goldegg
Hofmark 1
5622 Goldegg
www.schlossgoldegg.at


Ausstellungszeitraum
Sat 07.03.2015 - Fri 27.03.2015


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